Flokati
Das Leben ist filzig
Samstag, 10. Januar 2004
Der real existierende Dialog
Samstag, 10. Januar 2004, 04:23
Wieder in München. Eigentlich ja schon seit einigen Tagen. Aber heute das erste mal Bus gefahren. 21 Uhr 45. Zwei äußerlich unauffällige junge Männer steigen ein. Uninspirierte Kurzhaare, hässliche gesteppte Winterjacken. Nichts besonderes also. Gehen zum Fahrer und erkundigen sich nach der Route. Und erhalten erstaunlicherweise sogar Auskunft. Ich lese gerade in dem hervorragenden Interviewmagazin Galore das Gespräch mit Leander Haußmann. Irgendwie beneide ich den Typen. Scheiß die Wand an.

(Erinnert sich eigentlich noch jemand an die wundervolle Trash-Noise-Band Pussy Galore mit der noch viel wundervolleren Chistina? Später mit Jon Spencer bei Boss Hog unterwegs. Henry Rollins erzählte mal, dass er sie, als sie 13! war, als Sängerin engagieren wollte. Angeblich antwortete sie: "No way, I'll become a Star". Natürlich nicht, darum verachte ich Euch! Eine der wenigen Gnaden des Älterwerdens: Gelassen verachten können! ;-))

Nach ihrem Plausch mit dem Buslenker tauchen mich die beiden tief in die Welt des Real existierenden Dialogs:

A: "Ich kann nicht gegen die Fahrtrichtung sitzen. Kotz ich sofort."
B: (erfreut) "Echt? Ich auch, geil!" Sie setzen sich um. A genau hinter mich. B ihm, auf der anderen Gangseite, gegenüber.
"Weißte wo wer her müssen?"
"Klar". Meinste da is was los?"
"Klar. Ist Wochenende. Und Schulferien."
A stutzt. "Nee, sind doch schon seit dem 7. vorbei."
B: "Jedenfalls ist Wochenende, oder?"
A denkt kurz nach: "Jo." Kurze Pause.
A: "Wenn wir im Zenith sind, können wir nicht mehr raus."
B. "Wieso?"
A: "Haben wir keine Kohle mehr."
B: "Stimmt." Pause.
A: "Scheiß Eintritt". Pause.
A: "Ich hab son Bock mich zuzulöten. Viel passt aber eh nicht mehr." (kichert)
B: "Ich kann noch! Viel!"
A: (Geistesblitz) "Wenn wir um 1 gehen, können wir noch in die Bierbatterie!"
(Achtung Insider: Die meinten tatsächlich die Assi-Klause neben dem Super-Assi-Pils-Doktor auf der Leopoldstraße!")

B: " Wasn das? Disse?"
A: "Ne, so Kneipe. Wie grade.
B: "Grade war cool."
A: "Jo, und seit die Rechten nicht mehr ins Dings ... äh ... also nicht mehr ins Dings kommen, treffen die sich immer in der Bierbatterie. Da is lustig. Und Du hast dann noch 5 Euro. Das sind noch 2 Bier!"
B: "Klingt geil. Und bestimmt sind nochn paar Ficke-Mösen da. Komm ich doch noch zum Ficken."
A: "Und was is mit mir?"
B: "Wieso?" Kurze Pause.
A: (schüchtern) " Hast Du ne Wohnung?"
B: (lässig) "Ja klar!"
A: "Wo wohnste denn?"
B: "..."
A: "Weißte nich mal mehr wo de wohnst?"
B: "Doch. Ich denk nur nach." Lange Pause.
B: "Egal. Hauptsache da gibts Ficke-Mösen."

Meine Station kommt. Ich steige aus. Wissend, dass dieser Bus nicht am Zenith vorbei fährt. Und die beiden Debilen sich gegenseitig ficken müssen, wenn heute noch was mit Sex gehen soll. Aber da der Umgang mit Ficke-Popos noch was komplexer als der mit Ficke-Mösen ist, wird wohl auch daraus nix. Macht nix. Sterbt.

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Mittwoch, 31. Dezember 2003
Und los geht's ...
Mittwoch, 31. Dezember 2003, 18:32
... mit dem nächsten Jahr. Übrigens: Eine Sache, die mich seit dem Jahreswechsel 1999/2000 beschäftigt: Wie heißt denn nun eigentlich diese verkackte Dekade? Die Nuller? Die Zweitausender? Oder wie?

Auf jeden Fall gehen wir auch in diesem Tunier nun schon in die vierte Runde. Wider erwarten stehe ich noch relativ unangeschlagen im Wettbewerb und erwarte gelassen die Halbzeit. Während ich heranwuchs (also 60er/70er) blickte jeder mit leuchtenden Augen auf das ferne Jahr 2000. Schwebende Autos, rollende Gehsteige, Plexiglas-überspannte Städte, die wie riesige, organische Wohnpilze in einen klaren, blauen Himmel hineinwachsen.

Scheiß doch die Wand an: Die einzige Realität gewordene Science Fiction sind Handys. Und das Internet. Denn ein Telefon ohne Kabel war per se unvorstellbar -- ganz zu schweigen von Miniformat und Zusatzfunktionen. Da waren Schwebeautos schon irgendwie wahrscheinlicher. Und einen Brief und ein Bild innerhalb von einer Sekunde portofrei nach Amerika zu senden, wäre der Gipfel des visionären Übermuts gewesen. Mal sehen was noch so kommt. Denn: (Achtung Insider): The best is yet to come.

Euch allen (und mir) wünsche ich ein großartiges, mutiges und schillerndes nächstes Lebensjahr. Denn darauf läuft's ja nun mal hinaus, an Sylvester. Das, zum erfolgreichen Überleben nötige, GKG-Paket liefere ich mit einem ab 12 Uhr hier einzulösenden Neujahrskuss gleich mit. Intensität und Dauer sowie geküsste Körperteile sind abhängig von Seelenverwandschaftsgrad, Attraktivität und erotischer Kompetenz. Und Geschlecht. Bisschen.

Bis nächstes Jahr. Ich geh mal die Doraden schuppen. "In der Plastiktüte" meinte die dicke Fischfrau. "Sonst gibbet ne Sauerei". Okay, die muss es wissen.

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Dienstag, 30. Dezember 2003
Album
Dienstag, 30. Dezember 2003, 17:29
Hab unter http://www.20six.de/Trille1 mal ein Fotoalbum erstellt. Wenn ich erstmal weiß, wie man hier Links erstellt, dann mache ich sogar so richtige, anklickbare.

Und wie schon auf "Electric Sheep" erwähnt:

Zusätzliche langweilige Bilder stelle ich in loser Folge weiter auf "Scheiß die Wand an" ein (URL siehe oben).

Falls ich weitere nutzlose Infos über andere, noch bedeutungslosere Ümzüge, bzw. Adressen- oder Konzeptänderungen habe, post ich die vielleicht auch hier. Oder sonstwo. Mal sehen.

Höre gerade Madonna. Nothing Fails. Zum zehnten Mal. Was für ein wunderbarer Song. Hach.

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Arschgeschenke
Dienstag, 30. Dezember 2003, 15:11
Merke:

Leuten die so eingerichtet sind, ...



... schenkt man auf keinen Fall sowas!



Nochmal merke: Sollten Sie jemals eine seit bereits 15 Wochen tote Tante finden, ziehen Sie nie den Elch unter ihr hervor! Beerdigen Sie ihn entweder einfach mit oder führen Sie ihn einer separaten Feuerbestattung zu. Aber verschenken Sie ihn nicht. Niemals. Schon gar nicht an Nachbarn mit Interesse an Design.

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Sonntag, 28. Dezember 2003
Die Männliche Susi
Sonntag, 28. Dezember 2003, 17:29
Am Schluss dieses wunderbaren Artikels in der Süddeutschen über die neue Generation der "Metrosexuellen" (also Männer, die sich nicht klar zwischen Homo/Hetero entscheiden können/wollen, oder diesbezüglich nicht eindeutig zu identifizieren/festzulegen sind) steht ein Fragebogen, dessen Psychotest-Charakter weder einen ernsthaften Anspruch erhebt, noch mit stammtischelnden Anzüglichkeiten spielt. Vielmehr gibt's, mit humorvoll-beteiligter Autorinnen-Hand durchkomponierte, Fragen zur eigenen Männlichkeit. Oder besser: Auf den gegenwärtigen Imaginationskatalog des Männlichkeitsbegriffs werden aus einer betont weiblichen (nicht feministischen) Perspektive überpointierte Projektionen geworfen. Das macht Spaß beim Lesen und Spaß beim Mitmachen. Besonders wenn die eigene Partnerin bei jeder Frage erst vor Begeisterung entzückt aufquiekt, um dann mit ernsthaft gerunzelter Stirn über die peinlich exakte Beantwortung jedes einzelnen Punktes zu wachen. Sehr schön übrigens auch die Beantwortung eben dieses Fragebogens durch das Duo Andrack/Schmidt (RIP) und die mit Gunnar beim Essen im Islay geführte Diskussion zum Thema.

Kurz und gut: Bei den klassischen Disziplinen (T-Shirts/Unterwäsche/Diskussionen mit Frauen/Umgang mit weinenden Exemplaren usw) kam ich recht gut weg, doch die Fragen nach Schirm/Fön-Besitz und Körperpflegegewohnheiten warfen mich direkt in die Susi-Liga. Jawohl: Ich bin eine männliche Susi.



Männliche Geschenke: Edelfüller & passender Feuerspender

Besonders jetzt. Einige Wochen später. An Heiligabend. Nachdem ich den maskulin-mattschwarzen Füllfederhalter endlich von den lästigen Seidenschleifchen und sonstigen Dekoresten befreit hatte. Und auch das brachial-kantige Design des passenden Feuerzeugs (neue Dupont-Linie?) war bald aus seiner weibisch-weihnachtlichen Raschelpelle geschält. Den Päckchen liegt eine merkwürkdige Karte bei: "Für meine Susi" lese ich irritiert, hingeworfen in vertrauter Handschrift. Schnell die Kappe des Füllers gelöst, ungläubiges Staunen. Qualvoll unterdrücktes Kichern schwillt an zur Lachkaskade. Tränen fließen, Frau I. roflt den Floor -- in echt! Denn auch der edel-puristische Quader gibt keine Feuer von sich, sondern präsentiert per Drehmechanik eine sanftrosa Perlmuttzunge: Kaum ist der erste kosmetische Lippenstift für Männer samt Abdeckstift mit integriertem Männer-Kajal (natürlich von Ober-Susi J.P. Gaultier) in den Nobel-Boutiquen aufgeschlagen, hat er auch schon meinen Susi-Status in Stein gemeißelt -- ganz ganz weich versteht sich.



Von wegen: Gesichtstusche und ein Lippenstift... nennt mich Susi!

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Samstag, 27. Dezember 2003
Arschwackeln im Pfarrheim
Samstag, 27. Dezember 2003, 15:14
Die schöne Weihnachtszeit ist nun auch mal wieder vorbei. Zum Einstieg ins Finale der diesjährigen Saison verpasse ich die letzte Harald-Schmidt-Show. Weil ich am Dienstag ins Katholische Pfarrheim (sic!) Krefeld Süd bin, um mir mit Freunden eine Funk'n-Soul-Bigband anzusehen. Da stehe ich, vom 25 Jahre schweren Retro-Hammer genau zwischen den Augen erwischt. Unter tief hängender Holzvertäfelung, zwischen roten Klinkern, mit Krombacher für "Einsfuffzig" in der Hand. Die Bläser machen Druck, so gut es die schmalbrüstige Leih-PA zulässt, die Rythmussektion müht sich zu folgen.

In der ersten Reihe hat sich nach einigen Bacardi-Breezern die "Worst-Schlampen-of-Pfarrheim"-Brigade formiert und schwingt mächtig, aber nie unkontrolliert, die runden Teenie-Hintern in Richtung des süßen Posaunisten. Elf Krombacher später ist es höchste Zeit zu gehen. "Morgen ist Weihnachten" denke ich noch. Und: " Scheiße, du hast die letzte Harald-Schmidt-Show verpasst". Dafür rechne ich auf dem Heimweg aus, dass der Altersunterschied zwischen den extrem tief sitzenden Hüfthosen und mir lange nicht so groß ist, wie zwischen den tierhaft brünftigen Protagonisten in "the Human Stain". Kurzer Power-on-Self-Test: Ich hätte sie gar nicht vögeln wollen. Oder?
Naja, Morgen ist auch noch ein Tag zum Älter werden.

oder doch?

Oder doch?

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Montag, 22. Dezember 2003
Scheißtag
Montag, 22. Dezember 2003, 22:43
Scheißtag

Was sollte denn das sein, häh Gott? Das war ja wohl ein ganz schlechter Witz. Erst mal fast verpennt. Und was sollte dieser Kater? Zwischen Wolldecke aus dem Mund nehmen und die Keramik anbrüllen nicht mal 15 Sekunden? Wohl auf Rekordjagd ... Dabei war es doch gar nicht so hart gestern, oder?

Wahrscheinlich ist die Sache ganz simpel: Ich werde zu alt für sowas. Aber das ist ein anderes Thema, zu dem Gunnar auf Kaliban.org schon einiges angemerkt hat. Ach ja, und hier auch (wie fügt man hier bloß Links eins?). Egal, das Topic ist wohl schon ziemlich durch.

Dann hätte der Tag ja rein theoretisch auch noch besser werden können. Ein wenig. Und allmählich. Aber: Dann fast im Schneesturm umgekommen. Und dann fast das Flugzeug erwischt. Also wie gesagt fast. Knapp wars. Nun, bin ich halt einen Tag länger in München, bezahl 250 Euro für die Umbuchung plus Upgrade und die Miles&More-Penner können dafür nicht mal meine Bonusmeilen transferieren. Das heißt also: Dafür, dass ich mit einem Tag Verspätung bei Frau I. eintreffe, zahle ich auch noch Cash! Und zwar fett!

Und jetzt alle: Danke Gott!!!

Das war hart heute Morgen. Aber sowas von.

Das war hart heute Morgen. Aber sowas von...

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Immer weiter
Montag, 22. Dezember 2003, 18:32
Immer weiter.

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